Vorankündigung: Ausstellung „Reformatorinnen. Seit 1517“

Die Hochschul- und Landeskirchenbibliothek (HLB) Wuppertal zeigt vom 2. bis zum 13. Mai die Wanderausstellung „Reformatorinnen. Seit 1517“ der Gender- und Gleichstellungsstelle der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Acht der Reformatorinnen kann in der Ausstellung auch „persönlich“ begegnet werden: als lebensgroße Holzfiguren tauchen sie im Umfeld der Ausstellung auf und laden ein zum Selfie. Auf Figuren und Tafeln sind außerdem QR-Codes angebracht, so dass auf der Internetseite www.reformatorinnen.de Gespräche der Frauen in Szenen ihres Lebens per Smartphone oder mit ausleihbaren MP3-Playern gehört werden können.

Zur Ausstellung gibt es das folgende Begleitprogramm:

Ausstellungseröffnung mit einem Kurzvortrag am Dienstag, 2. Mai um 18:30 Uhr durch die theologische Dezernentin in der Gender- und Gleichstellungsstelle der EKiR Frau Irene Diller.

Pfarrerin Renate Schatz

Vortrag im Anschluss an die Eröffnung am 2. Mai, 19:30 Uhr, Raum 8:

Frau Pastorin Renate Schatz spricht über „Dorothee Sölle – eine Reformatorin des 20. Jahrhunderts zwischen Poesie und Politik“

Dorothee Sölle (1929–2003) ist zweifelsohne eine der bedeutendsten Theologinnen des 20. Jahrhunderts. Sie bewegte, faszinierte und polarisierte, sie war umstritten und überaus beliebt zugleich. Im wörtlichen Sinne war sie eine Protestantin: Ihre Theologie ging aus vom Protestet gegen die ungebrochene Fortführung der Tradition in der evangelischen Kirche in der Nachkriegszeit „nach Auschwitz“. Darauf gründete ihre stark politische Theologie, die den Menschen und die Themen Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung in den Mittelpunkt nahm. Gott habe nur die Hände von uns Menschen und „jeder theologische Satz muss auch ein politischer sein“, formulierte sie in ihrer Autobiografie „Gegenwind“. Ihre Haltung brachte sie immer wieder in Situationen des Protestes. Sie veröffentlichte zahlreiche Schriften, darunter auch viele poetische Texte und Gedichte, weshalb sie auch als „Gottespoetin“ bezeichnet wird. Ihre Texte berühren und reißen mit und öffnen neue Sichtweisen. Neben der befreiungstheologischen Diskussion begeisterte Sölle sich für die Tradition der Mystik. Der Vortrag wird Biographisches und die verschiedenen Aspekte des Schaffens von Dorothee Sölle benennen.

Prof. Dr. Hellmut Zschoch

Vortrag am Donnerstag, 11. Mai, 19:30 Uhr, Raum 8:

Prof. Dr. Hellmut Zschoch (Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel) spricht über: „Reformation ist ‚kein Weibergeschwätz‘ – Frauen melden sich zu Wort“

Der Vortrag wird einige der reformatorischen Publizistinnen des 16. Jahrhunderts vorstellen, die sich als ehemalige Nonnen, Adlige, Pfarrfrauen während der Reformation zu Wort meldeten. Sie wagten sich als mündige Christinnen auf den boomenden Markt der Flugschriften und diskutierten mit im Streit um den Glauben. Selbstbewusst beanspruchte dabei eine von ihnen, sie verfasse „kein Weibergeschwätz“, sondern lehre das Evangelium! Sie alle waren streitbar und mussten sich wehren – auch wegen ihres Geschlechts.

HLB Wuppertal
Missionsstraße 11
42285 Wuppertal

Öffnungszeiten:
Mo-Do 9-21 Uhr, Fr 9-18:30 Uhr, Sa 9:15-13:30 Uhr
Kostenfreier Eintritt zu allen Veranstaltungen.

fotos:veranstalter
text:hlb/ör-mg

Isabell Berner

Aufgewachsen in Wuppertal-Vohwinkel, absolvierte Isabell Berner ihr Studium in Bonn und Heidelberg. Zum Vikariat kehrte sie nach Wuppertal zurück. Von 1999 bis 2009 war Isabell Berner Studentinnen- und Studentenpfarrerin an der Bergischen Universität Wuppertal, und danach vier Jahre Gemeindepfarrerin in Wülfrath. Seit dem 1. Dezember 2013 ist sie Pfarrerin der Kirchengemeinde Elberfeld-West.

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