Historie

Die Neue Kirche im Wandel der Zeiten

Heute steht die Neue Kirche im Herzen des sogenannten Luisenviertels, bezeichnet auchals “Altstadt” Elberfelds. In der Mitte des 19. Jahrhunderts war dies die “Neustadt”

deutliches Zeichen für den Wandel der Zeit. Aber die Neue Kirche steht wie ehedem, baulich gewandelt durch die heutigen Ansprüche an eine Gemeindekirche in innerstädtischer Lage und angepasst an eine im Vergleich zum vorvorigen Jahrhundert völlig veränderte Gemeinde.

Foto – Silvia Fischer Das wunderschön leuchtende Südfenster wurde von dem Wuppertaler Maler u. Grafiker Prof. Ernst Oberhoff gestaltet.

 

 

Jüngere Geschichte der Gemeinde

Bis 1981 existierten die reformierten und lutherischen Kirchengemeinden nebeneinander. Die Menschen wurden zunächst je nach ihrer Konfession der einen oder anderen Gemeinde zugeordnet. Später kam eine Aufteilung nach Gebieten und Straßen hinzu. Die Zuständigkeiten im Rahmen der Seelsorge und der Amtshandlungen wurden in der durch den zweiten Weltkrieg völlig veränderten Stadt und ihrer Bevölkerung immer schwieriger und unklarer. Das gab den Anlass, die Aufteilung in die einzelnen Gemeinden zu verändern und jetzt in sich geschlossene und zusammenhängende Gebiete zu schaffen, die zu einer jeweiligen Kirchengemeinde gehörten.

 

 

Historie
Rasanter Anstieg der Bevölkerung im 19. Jahrhundert

Als die Bevölkerungszahl ab Beginn des 19. Jahrhunderts rasant durch die blühende Garn- und Bleicherwirtschaft im Tal anstieg, dehnte sich Elberfeld strahlenförmig zunächst bis an den Fuß der umliegenden Höhenzüge aus, später dann auch auf diese hinauf. Eine Stadterweiterung nach Westen wurde systematisch als repräsentative Straße mit großem Platz geplant. Zum einen sollte so die bis dahin gefährliche Wegeführung nach Westen am Fuße des Nützenberges entschärft werden ? eine wichtige Verbindung zum Rhein – , zum anderen sollte so nahe des alten Stadtzentrums ein neues Wohnquartier entstehen.

 

Stadterweiterung nach Westen

1826 wurde der Königsplatz, heutiger Laurentiusplatz, angelegt, an dessen Nordachse die neue katholische Kirche gebaut wurde (1829-1835). 1840 war der Ausbau der Königstraße (heutige Friedrich-Ebert-Straße) bis Sonnborn beendet. Wohnten vordem die vornehmen Elberfelder östliche des Stadtkerns, so bauten sie sich nun im westlichen Stadtgebiet, am ?Mäuerchen?, an der ?Aue? oder eben an der ?Königstraße? repräsentative Häuser.

 

Überfüllte Kirchen

Durch die rasante Bevölkerungszunahme boten auch die Kirchen für die vielen Menschen zu wenig Raum. Die lutherische Gemeinde hatte in der Friedrichstraße 1847 bis 1850 ihre zweite lutherische Kirche, die Kreuzkirche, gebaut. Auch die reformierte Gemeinde entschloss sich zum Bau einer zweiten Kirche, mit dem 1853 begonnen und der 1858 vollendet wurde ? die Neue (reformierte) Kirche.

 

Die Kirche wird mit freiwilligen Gaben der Gemeindeglieder erbaut

Die Pläne für diese Neue Kirche stammten von dem Kölner Dombaumeister Zwirner von dem auch die reformierte Kirche in Ronsdorf stammt. Die gesamten Baukosten inklusive der Innenausstattung (Orgel, Glocken, übrige Einrichtung) waren veranschlagt mit 98600 Talern, aus denen bis zum Abschluss des Baus 110200 Taler wurden, die größtenteils durch freiwillige Gaben der reformierten Gemeindeglieder aufgebracht wurden . Das Haus des Kirchmeisters der reformierten Gemeinde zur Zeit der Erbauung der Neuen Kirche steht übrigens heute noch am heutigen Laurentiusplatz. Der erst Gottesdienst fand in der Neuen Kirche am 26. März 1858 statt.

 

 

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